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Dudelsack2

Der Marktsack, manchmal auch A-Schwein, A-Hupe oder Ossisack genannt ist ein mundgeblasener Dudelsack mit konischer Spielpfeife und Doppelrohrblatt als Stimme. Er ist untrennbar mit der sogenannten "Marktmusik" der Mittelaltermärkte verknüpft.

HistorieBearbeiten

Die Entstehungsgeschichte des Marktsacks ist nicht ganz eindeutig. Soweit bekannt, wurde die Urform des heutigen Marktsacks in den späten 80er-Jahren der damaligen DDR von dem Dudelsackbauer Klaus Stecker in Zusammenarbeit mit Roman Streisand entwickelt. Vieles, wie etwa der Aufbau von Spielpfeife und Bordunen (Begleitpfeifen) läßt auf die schottische Great Highland Bagpipe als Vorbild schließen.

Ob es vergleichbare, historische Vorbilder gab, ist häufig ein Streitpunkt. Die meisten Marktsackspieler betrachten ihr Instrument als modernen Dudelsack mit historischen Wurzeln.

BesonderheitenBearbeiten

Anders als es bei vielen anderen Dudelsacktypen der Fall ist, unterliegt der Marktsack keinen strengen Konventionen, was immer wieder zu Veränderungen und (manchmal) Verbesserungen geführt hat. Es gibt beispielsweise keine verbindliche Regelung, wie viele Bordune ein Marktsack haben muß und wo sie angebracht werden sollen. Allein für die Stimmung des Marktsacks hat sich eine dorische Stimmung auf den Kammerton A mit 440 Hz weitgehend durchgesetzt, wobei es jedoch auch Marktsäcke in anderen Stimmungen und Stimmlagen gibt. Der Tonumfang der meisten Marktsäcke geht nicht über eine None hinaus und es lassen sich innerhalb dieses Tonumfangs i.d.R. nur wenige Halbtöne spielen. Als Griffweise hat sich eine offene deutsche Griffweise durchgesetzt wie sie auch bei der deutschen Blockflötengriffweise üblich ist.

AufbauBearbeiten

Klassischerweise verbindet beim Marktsack ein Ledersack eine konisch gebohrte Spielpfeife und einen oder mehrere stufenweise gebohrten Bordune miteinander, wobei die Spielpfeife i.d.R. mit einem Doppelrohrblatt und die Bordune mit Aufschlagzungen ausgerüstet sind. Anders als bei vielen modernen Dudelsacktypen (etwa dem schottischen Dudelsack oder der Gaita) hat sich beim Marktsack noch kein High-Tech-Material durchgesetzt. So bestehen die Pfeifen in aller Regel aus Holz und der Sack aus Leder

VerbreitungBearbeiten

Der Marktsack ist das klassische Instrument einer bestimmten, nicht immer historisch korrekten Gattung der Musik, die üblicherweise auf deutschen Mittelaltermärkten seit den 90er-Jahren gespielt wird. Sie wird manchmal auch als mittelalternative oder als einfach als Marktmusik bezeichnet. Dabei ist der Marktsack in der Lage, auch ohne elektronische Verstärkung einen großen Bereich zu beschallen.

Außerhalb dieser Szene ist der Marktsack, außer bei Formationen deren Wurzeln in der Marktmusik liegen, kaum vertreten.